Long time ago I: be


be orangeWikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Be_(Band)

be war eine Funk-Band aus Hannover, die in ihrer Musik auch Stilelemente des Trip-HopJazzSoul und bisweilen Rock einsetzte.

Im Februar 1993 fanden in Hannover Malte Hagemeister (GitarreGesang), Daniel Simon (Bass), Florian „Flow“ Scheffler (TrompeteKeyboards), Daniel Jo Krüger (SchlagzeugDidgeridoo), Sascha Schmidt (Perkussion) und Christian Tesche aka easy t (Turntables) als Sessionband zusammen. Nachdem entschieden war, dass die Gruppe (mit Ausnahme von Tesche) zusammenbleiben wollte, sollte bei der Namensfindung keine Zeit mit Diskussionen vergeudet werden, weshalb das in den Raum geworfene „be“ kurzerhand manifestiert und nachträglich mit einer Bedeutung, nämlich einer freudigen Aufforderung zur Lebensbejahung, versehen wurde. Als hauptamtlicher Sänger und Rapper wurde Gregor Blumenthal im Februar 1994 an Bord geholt und mit ihm bereits am 19. März 1994 das Live-Debüt bestritten.

Im Juni 1994 gewann be den Radio-ffn-Wettbewerb „Local Heroes“, an dem 700 Bands teilgenommen hatten. Die Siegprämie bestand in einem Plattendeal mit der EMI und einer Studioproduktion unter der Regie von Fury in the Slaughterhouse-Produzent Jens Krause. Das Album Bold erschien 1996 und enthielt den Achtungserfolg Black Rain. Es brachte der Band eine Comet-Nominierung als „Bester Newcomer“ ein.

In den Folgemonaten gab be fast 250 Konzerte verteilt über Europa, darunter im Vorprogramm von Blur, David Bowie, The Prodigy, Rage Against The Machine, Chumbawamba und Jazzmatazz. Irgendwann in dieser Zeit entschied sich Krüger sein Architekturstudium fortzusetzen, weshalb wechselnde Gastmusiker an seine Stelle traten, in gleicher Weise wie der Verzicht von Tesche bisher kompensiert worden war. Es kristallisierten sich mit der Zeit Andie Linkert (Schlagzeug) und Samon Kawamura (Turntables, Raps) als Quasi-Mitglieder heraus. Um von dem Popularitätsschub einer Tour mit den Labelkollegen von Mr. Ed Jumps the Gun profitieren zu können, wurde Bold in einer um vier Remixe erweiterten und mit verändertem Cover versehenen Neuauflage angeboten. An Geldreserven, Know-how und Renommee reicher, richtete man ein eigenes Studio für die Pre-Production ein und übernahm Jobs bei etablierten Künstlern wie Bobby Brown und Jazzkantine. Die vorproduzierten neuen Songs gab man verschiedenen Produzenten, zum Beispiel Mousse T. und Ingo Krauss (Die Fantastischen Vier, Die Ärzte), zwecks Endschliffs weiter. So entstand das Zweitwerk Orange, das im Herbst 1999 erschien. Der Titel Orange erklärt sich aus einer gern erinnerten Begebenheit der Band: 1997 traten alle Mitglieder bei den Sommerfestivals (das Highlight war „Rock am Ring“) mit orange gefärbten Haaren in Verbindung mit Lichteffekten auf. Außerdem war dies die ungewöhnliche Farbe einer Vitamin-Paste, die Sänger Blumenthal als Kind sehr gemocht hatte.

Wie auch die inzwischen befreundete Band Mr. Ed Jumps the Gun setzte be nicht ins neue Jahrtausend über. Nach der Auflösung etablierte sich Malte Hagemeister in Hamburg als Musiker (am bekanntesten: Urban Delights), Produzent, Songwriter, Werbe- und Filmmusikkomponist sowie Clip-Regisseur. Florian Scheffler verschlug es nach Berlin, wo er neben seiner Tätigkeit für den Gernsehclub im Bereich PR ein Studio betreibt und an verschiedenen Musik-Projekten beteiligt ist. Aktuell hat er unter dem Namen DDIY sein erstes Soloalbum fertig, dass 2013 erscheinen wird. Gregor Blumenthal widmete sich neben kleineren Gesangs-Aufträgen seiner Passion, dem Theaterspielen. Sein musikalisches Talent setzte er dabei als Komponist für Bühnenmusiken ein. Er, der an einer Atemwegserkrankung litt, starb 37-jährig am 7. Dezember 2007.

Diskografie:

  • 1996: Bold (EMI)
  • 1999: Orange (EMI)

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